Jungsein ist nichts für Feiglinge! – Konfirmations-Predigt vom 29.+30. August

Geschenk für unsere Konfis: 10 bunte Knoten für die 10 Gebote – das Kreuz für Jesus, der mit Liebe auf uns schaut!

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, liebe Gemeinde, ein junger Mann kommt angelaufen, kniet vor Jesus nieder und fragt ihn: Was soll ich tun?

Was soll ich tun? Was soll ich tun in Corona-Zeiten, wenn vieles nicht geht? Was soll Maya tun, die Konfirmation feiern wollte, aber dann ist vor kurzem ihr Opa gestorben? Was sollen Jan-Niklas und Maike tun? Sie wollten mit uns Konfirmation feiern und müssen jetzt zu Hause in Quarantäne sein? Was soll ich tun als Vater oder Mutter, wenn mein Kind nicht tut, was es soll? Was soll ich tun, wenn ich als Kind merke: Meine Eltern verstehen mich nicht? Was soll ich tun, wenn ich mit der Schule fertig bin? Wo will ich hin in meinem Leben? Was soll ich tun, wenn die Kinder aus dem Haus gehen?

II

Dieser junge Mann, es könnte auch eine junge Frau sein,  geht gleich zur höchsten Instanz. Jesus, Gottes Sohn, der muss es wissen! „Guter Meister, was soll ich tun?“ Jesus wollte gerade los, aber er lässt sich aufhalten von dem jungen Mann. Aber er stoppt auch sein Gegenüber. Was nennst Du mich gut? Niemand ist gut als der eine: Gott! Jesus sagt: Schau auf Gott selbst, nicht auf irgendwelche Menschen. Lauf nicht blind einem Guru nach. Niemand ist gut als der eine: Gott. Und du weißt doch, was Gott von dir verlangt: Halt dich an die 10 Gebote: Du sollst nicht töten, du sollst nicht lügen, du sollst Vater und Mutter ehren! Ja, sagt der junge Mann, – es könnte auch eine junge Frau sein- : Das hab ich getan von klein auf! Er ist anscheinend ein Braver, er hat immer getan was man von ihm verlangt hat: Er war in der Schule fleißig. Hat immer die Hausaufgaben gemacht, Zähne geputzt, ist immer in die Kirche gekommen, hat alles aufgesagt. Und hat auf Vater und Mutter gehört. Er ist den Weg gegangen, dem man ihm gewiesen hat. Alle sind mit ihm zufrieden, die Eltern, die Lehrer, der Pastor. Aber er ist nicht zufrieden. Was soll ich tun? Er steckt in der Sackgasse, dreht sich im Kreis und weiß nicht, wohin mit sich. Vielleicht ist er in der Pubertät? Jesus schaut ihn an und gewinnt ihn lieb. Er versteht ihn und fühlt mit. Das ist nicht leicht. Alles richtig gemacht, aber das kann doch nicht alles sein.

III

Gut, sagt Jesus, wenn du mehr willst, dann mach es wie ich: Geh weg von zu Hause. Verlass Vater und Mutter. Verkauf alles was du hast, dein Handy, dein Konsole, deine Sneaker. Gib es den Armen und komm mit mir, ganz Gott dienen, überall den Menschen von Gott erzählen. Da wird der junge Mann, es könnte auch eine junge Frau sein, traurig. Das will er nicht, das kann er nicht. Er geht traurig weg. Hat er versagt? Er wollte alles richtig machen. Wollte ganz besonders hoch springen, mehr tun als alle andern. Die 10 Gebote waren ihm zu wenig. Nun muss er beschämt gestehen: Das schaff ich nicht. Der Musterschüler ist durchgefallen. Aber gerade da: Jesus sah ihn an und gewinnt ihn lieb.

IV

Ich glaube nicht, dass er gescheitert ist. Dies ist ein wertvoller Moment. Der Junge, das Mädchen wächst. Er wird erwachsen. Zum ersten Mal tut er nicht, was von ihm verlangt wird. Er spürt genau, das kann ich nicht. Das ist nicht meins. Er geht weg. Das heißt: Traut sich wegzugehen, einen eigenen Weg einzuschlagen, und zwar allein. Nicht den Eltern folgen, nicht dem Meister, keinem Guru. Er fragt nicht mehr: Was soll ich tun? Sondern: Was will ich eigentlich selber? Das ist erst mal ungemütlich, einsam, traurig. Manchmal wenn man so allein ohne Ziel herumeiert. Jungsein ist nichts für Feiglinge. Das zwingt zum Nachdenken. Aber das ist dann eben dran. Und Jesus sieht ihn an und hat ihn lieb. Jesus befiehlt ihm nicht zu bleiben. Er schimpft nicht. Er lässt ihn gehen. Jeder braucht seine eigenen Umwege. Wen du liebhast, lass los. Wenn er von selbst zurück kommt, hast du ihn gewonnen. Jesus lässt ihn gehen, aber behält ihn im Blick. Er versteht, was jetzt dran ist und hat ihn lieb. So ist Gott: Er zwingt euch nicht auf einen bestimmten Weg. Er traut euch zu, dass ihr euren Weg findet. Die 10 Gebote gibt er uns mit, das genügt.Natürlich haben Eure Eltern Sorge: Ob das gut geht? So allein, ohne uns. Er wird auf die Nase fallen! Sie wird Fehler machen. Ja klar. Adam und Eva haben auch vom Apfel gegessen und das war ein Fehler. Das hat sie aus dem Paradies heraus katapultiert. Aber sie wurden erwachsen. Jeder hat ein Recht, seine eigenen  Fehler zu machen. Macht es wie Gott, liebe Eltern: Lasst sie ihren Wege gehen und schaut mit Liebe auf sie und mit Vertrauen. Jesus schaut hinterher und wenn es nötig ist geht er auch hinterher. Der gute Hirte, der das verlorene Schaf sucht und rettet.

V

Manchmal sind Eltern verzweifelt, weil Kinder nicht gehorchen, Regeln brechen, Türen knallen. Das kann ganz hart sein und große Sorgen machen. Eine harte Zeit, die Pubertät für alle Beteiligten. Aber: Man muss eben auch das lernen: Nicht zu gehorchen. Das kann Leben retten! Ich habe mal einen alten Mann kennen gelernt, der  war ein junger Soldat. Und ganz am Ende des Krieges Frühjahr 1945 wurden noch einmal Truppen verlegt nach Ungarn an die Front. Es war klar, dass der Krieg verloren war und dass die meisten dort sterben würden. In Wien hielt der Zug im Bahnhof. Da ist dieser junge Soldat aus dem Zug gestiegen und in die Stadt spaziert. Er ist desertiert. Darauf stand die Todesstrafe. Er fand ein Lazarett und ging hinein. Da war ein alter Arzt, der sah, was los war. Er hat den Jungen aufgenommen und als verwundet ausgegeben, bis der Krieg vorbei war. Zwei haben die Regeln nicht gehalten und das hat Leben gerettet. Und Jesus sah ihn und hatte ihn lieb.

VI

Der junge Mann bei Jesus wollte sich von seinem Reichtum nicht trennen. Bill Gates wollte das auch nicht tun. Der reichste Mann der Welt. Doch von einem Teil dann schon. Er hat ein Stiftung gegründet, die dafür sorgt, dass Kinder geimpft werden gegen gefährliche Krankheiten. In Afrika ist die Kinderlähmung besiegt, das war eine gute Nachricht in dieser Woche. Bill Gates der reichste Mensch der Welt hat dazu viel beigetragen. Es gibt viele Wege, Gott zu dienen. Geh, finde heraus, was Dein Weg ist. Jesus sieht dir dabei zu, mit Liebe  und Vertrauen. Amen. 

 

 

 

1 thought on “Jungsein ist nichts für Feiglinge! – Konfirmations-Predigt vom 29.+30. August”

  1. Liebe Konfis, euer Festtag ist nun vorbei u. Ihr werdet euch sicher später noch manchmal daran erinnern, daß es, trotz Corona, eine festliche u. schöne Konfirmation war
    Ich wünsche euch für euren weiteren Lebensweg Alles Gute u. Gottes Segen.

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