Kleinste Orgel füllt den Kirchenraum mit Renaissance-Klängen

St. Marien hat eine dritte Orgel. Sie ist mit wenigen Handgriffen in vier Teile zerlegt und an jedem gewünschten Ort in der Kirche aufgebaut. Kilian Gottwald hat sie in Ämöneburg bei Marburg gebaut – über 9 Monate in etwa 300 Arbeitsstunden. Kantor Volker Jänig entdeckte ein Schwesterinstrument im Konzertsaal der Detmolder Hochschule für Musik und überzeugte den Kirchenvorstand für die Anschaffung. Die Orgelpfeifen stehen oder liegen im Korpus, manche sind „gekröpft“, das heißt geknickt und „um die Ecke gebaut“ – so passen sie in das schlanke Gehäuse.  Ein Register ist den Renaissance-Klängen der historischen Schwalbennest-Orgel  nachempfunden. Durch einfaches Anheben und Versetzen der Klaviatur kann die Stimmung wahlweise an die historische oder an die moderne Ott-Orgel angepasst werden und mit ihnen zusammen spielen. 9 Jahre hat die Gemeinde gespart, um schließlich 32.000 Euro für das Instrument auf den Tisch des Orgelbauers zu legen. In Vergleich mit anderen Instrumenten ein moderater Preis, für den Kilian Gottwald höchste Qualität geliefert hat. Kantor Volker Jänig und Pfarrer Matthias Altevogt haben sich heute beim Stimmen und Probespielen davon überzeugt. Bei den Krippenspielproben werden die Kinder der Singschule auf das neue Instrument eingestimmt. Es ersetzt das E-Piano mit deutlich feierlicheren weihnachtlichen Klängen. „Wenn eine Orgel auch Kinder anspricht und zum Mitsingen motiviert, ist es ein gutes Instrument.“, weiß Kilian Gottwald und ist zuversichtlich, dass sein Instrument den Test bestehen wird.

Beim Weihnachts-Oratorium von Johann Sebastian Bach am kommenden Sonntag, 15.12.2019 um 18 Uhr wird die neue Truhenorgel zum ersten Mal öffentlich gespielt. Kilian Gottwald wird im Chor der Kantatenwerkstatt mitsingen. Beim Adventskonzert von MarienKantorei und Jugendchor St. Marien am 21.12. um 18 Uhr wird die Truhenorgel eine noch prominentere Rolle spielen.     

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